Besuch im Felsenhaus

„Flein, der Ort in dem wir leben“ ist momentan Thema im Sachunterricht. Nachdem die 3. Klassen bei einem Besuch im Rathaus bereits dem Bürgermeister beim Arbeiten zugeschaut und einen historischen Rundgang durch Flein hinter sich haben stand als nächstes ein Besuch im Felsenhaus auf dem Programm.

Der Vorsitzende des Heimatvereins, Herr Hauth und eine ehemalige Lehrerin, Frau Heinle haben sich unheimlich bemüht, uns Kindern etwas über das Leben „im früheren Flein“ beizubringen.

Was uns zuerst richtig gut gefallen hat, war die Deckenhöhe der Räume im Felsenhaus. Fast alle Kinder konnten auf Zehenspitzen stehend die Decke berühren. Eine Gruppe durfte mit Herrn Hauth in den Keller. Dort begrüßte uns Ilona, die Kuh aus Pappmaché. Wir entdeckten viele landwirtschaftliche Geräte: einen alten Pflug, eine Waage mit Gewichten, Sensen, Karste und eine „Getreidesaubermachmaschine“. Im hintersten Raum, dem „tiefen Keller“ standen die Weinfässer. Auf einer Brothange wurde das frischgebackene Brot aufbewahrt, zum Schutz vor Mäusen oder hungrigen Kindermäulchen.

Im eigentlichen Wohnteil des Hauses durften wir ein altes Schlafzimmer anschauen. Das Bett war so hoch, dass man als Kind richtig raufklettern musste. Unterm Bett stand der Nachttopf, im Bett gabs eine Wärmflasche aus Kupfer, die mit heißem Wasser aus dem „Schiff“ am Herd gefüllt wurde. Es gab so viel zu bestaunen: ein drehbares Waffeleisen im Herd, Kaffeemühlen, ein Butterfass und allerlei wichtige Küchenutensilien, die man damals von Hand betrieb. Heute geht Vieles leichter und elektrisch! So war auch der alle 2-3 Wochen stattfindende Waschtag eine Plagerei für die Frauen. Frau Heinle hielt das Waschbrett hoch:  Lustig war, als ein Schüler meinte, das sei eine Käsereibe.

Sehr gut gefallen haben uns auch die Schulbänke im oberen Stock. Einige meinten, die Vertiefungen in den Tischen seien bestimmt Aschenbecher! Nein, das war der Platz für das Tintenfass! Auf Schiefertafeln mit Griffeln schreiben war für uns so unvorstellbar wie die Vorstellung 50 bis 60 Kinder in einer Klasse zu sein.

Gestärkt mit einer leckeren Brezel und Apfelschorle gingen wir wieder in unser „modernes“ Klassenzimmer zurück.

Ganz herzlichen Dank für die überaus freundliche Bewirtung  und interessante Führung durch unser kleines „Heimatmuseum“ an den Heimatverein.

Mehrer, Klassenlehrerin 3b